Seitentitel
Dies ist ein Textabschnitt. Klicke auf „Text bearbeiten” oder doppelklicke auf das Textfeld, um Inhalte zu bearbeiten. Füge Informationen hinzu, die du mit deinen Besuchern teilen möchtest.

SKAN KÖRPERARBEIT
Methode
Die Einzelarbeit im Skan zielt darauf ab, die natürliche Beziehungs- und Liebesfähigkeit wiederherzustellen und eine lustvolle Hingabe an den eigenen Körper zu ermöglichen. Häufig wird auf einer Bodenmatte im Liegen gearbeitet. Vertiefte Atmung, Stimm- und Bewegungsausdruck sowie gezielte Interventionen sind Mittel, um erfahrbar zu machen, wo und wie wir uns von den natürlichen Bewegungen des Lebendigen in uns abgeschnitten haben. Wir mussten uns schützen, um schmerzliche oder überwältigende Erfahrungen in unserer Biographie zu überstehen. Bei dieser Entdeckungsreise erzählt der Körper seine Geschichte von nicht verarbeiteten Zuständen, was unter anderen sehr ausdrucksstark passieren kann. Die schützende Schicht verliert ihre Kraft, und es kann sich zeigen, was dahinter liegt - das, was uns wirklich ausmacht: unser Wesenskern. Er zeichnet sich durch warmherzige natürliche Lebendigkeit aus, ein lustvolles Zuhause-Sein im Körper und einem klaren und kontaktfreudigen Blick auf die Welt aus. Man kann von therapeutischen Fortschritten sprechen, wenn es zu “echtem” Kontakt kommt, das heißt, wenn dieser lebendige Kern des Klienten im Feld des Therapeuten auf Resonanz stößt und nicht wie früher abgewehrt wird. Diese Erfahrungen können tief berührend sein, sie lassen sich nicht erzwingen oder produzieren und finden durch tiefes “Loslassen” statt. Dass dieser Prozess nicht linear verläuft und immer wieder neue Ängste und Widerstände auftauchen, ist normal und hat seinen Platz in der Arbeit. Die Triebfeder bleibt immer die Sehnsucht des Klienten nach dem, was verloren gegangen ist.
​​
​
Workshops bieten die Möglichkeit, die Prinzipien der Skan-Arbeit in einem Gruppenkontext zu erleben. Die direkte Arbeit mit dem Körper wird erweitert um Partnerübungen, gruppendynamische Experimente, Theaterelemente und Gesprächsrunden. Der Raum bietet die Möglichkeit, die eigenen Gewohnheiten in Begegnung mit anderen zu erleben, Strategien zur Kontaktvermeidung zu erkennen und neue Handlungsspielräume zu erforschen. Das Gruppensetting stellt gleichzeitig Sicherheit und Herausforderung dar. Die Erfahrung, sich hier verletzbar zu machen und sich mit seinem Fühlen zeigen zu können, kann ein tiefgreifender Schritt in seinen eigenen Entwicklungsprozess sein.
Geschichte
​Die Körperarbeit Skan hat seine Ursprünge in der Vegetotherapie Wilhelm Reichs (1897-1957). Durch seinen neugierigen Geist gelang es ihm, Zusammenhänge zwischen psychischen Abwehrmechanismen, der Atmung und chronisch gewordenen muskulären Blockierungen aufzudecken. Er bezeichnete diese Einschränkungen als “Charakterpanzerung” und teilte sie am Körper in 7 Segmente ein: 1. Augen und Schädelsphäre 2. Mund und Kiefer 3. Hals 4. Brustkorb und Arme 5. Zwerchfell 6. Bauch 7. Becken und Beine. Die Entstehung erklärte er mit schmerzlichen Bindungserfahrungen im frühen Jugendalter (0-6). Es kommt häufig vor, dass der junge Mensch keine andere Möglichkeit hat als sich von der eigenen Lebendigkeit abzutrennen, um die überlebenswichtige Bindung nicht zu gefährden.
In seiner Arbeit mit Klienten versuchte er, mit Hilfe von vertiefter Atmung, die Panzerung bewusst werden zu lassen und durch geeignete Interventionen zu lockern. Er konnte feststellen, dass dann etwas zum Vorschein kommt, was er die “Ausdruckssprache des Lebendigen” nannte. Sie erzählt häufig ohne Worte unsere individuelle Geschichte. Er erkannte, dass damit Psychotherapie auf einer sehr profunden Ebene, nämlich der des Körpers, gemacht werden kann und stellte sie ins Zentrum seiner therapeutischen Arbeit.
Im Jahr 1948 traf der Konzertpianist und Schauspieldirektor Al Baumann (1918-1998) auf Wilhelm Reich und lernte seine Vegetotherapie kennen. Mit seinem beruflichen Hintergrund entwickelt er das “Streaming Theatre” als wesentliche Ergänzung der Arbeit.
Sein Schüler Michael Smith (1937-1989) brachte 1979 die Arbeit nach Europa und bildete dort unter anderem Jürgen Christian, Loil Neidhöfer und Petra Mathes aus. In dieser Zeit entstand der Name “Skan”, was auf Lakota-Sprache heißt: “das, was sich bewegt” und ist zu vergleichen mit dem “Ki”, “Chi”, “Prana” aus anderen Kulturen.
Skan verbreitete sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den 90ern durch die Schüler von Michael Smith, von denen einige die Ausbildungsarbeit weiterführen. Loil Neidhöfer machte die Arbeit zudem bekannt durch einige selbstverfasste Bücher (siehe unten).

Zum Nachlesen...
-
Loil Neidhöfer: Intuitive Körperarbeit
ISBN: 978-3926692245
-
Loil Neidhöfer, Werner Sattlegger: Wenn die Sehnsucht über die Angst hinauswächst: Gespräche über Skan und Umgebung
ISBN: 978-3933276261
-
Wilhelm Reich: Charakteranalyse
ISBN: 978-3462019827